BikeTrax: 5 Jahre PowUnity Diebstahlschutz

Die drei Geschäftsführer von PowUnity Stefan Sinnegger, Christian Strassl und Maximilian Loy blicken nach fünf Jahren Diebstahlschutz auf ihre erste Geschäftsidee, gestürmte Wohnungen auf der Suche nach E-Bikes und die zukünftigen Chancen des „connected bike“-Systems für E-Bike Hersteller. Ob PowUnity eine lässige Gründer-Story ist, der Weckruf für die E-Bike Branche oder beides, möchte der Leser selbst entscheiden.

5 Jahre BikeTrax by PowUnity

Das Telefon klingelt in Wien. Ein gestohlenes E-Bike wird gemeldet und Stefan Sinnegger ist vor Ort. Ein Zufall, der statistisch gesehen leider sehr wahrscheinlich war. Denn im Jahr 2018 wurden 61 % der in Österreich registrierten Fahrraddiebstähle in den Landeshauptstädten begangen – allen voran als Tatort war Wien mit knapp 8.000 Rädern*. Der Gründer von PowUnity wartet nicht lange. Er meldet sich bei der Polizei und geht mit ihnen auf Fahrradjagd.

Ab dann war’s gewaltig.

 

Dieser Abend im August 2018 veränderte alles für PowUnity. Ein Befreiungsschlag für das Produkt BikeTrax, dem Diebstahlschutz für E-Bikes. Der GPS-Tracker vollbrachte seine Tat, wie er sollte. Der Beweis spielte sich vor Stefans Augen zum ersten Mal ab und seine Erinnerung ruft nur einen Gedanken in ihm hervor: „Ab dann war’s gewaltig.“

Noch drei Jahre zuvor spielte PowUnity im Gründungsjahr aber noch auf einer ganz anderen Bühne – dem Wintersport. Angefangen hat alles mit „Neverlose“, einem Diebstahlschutz für Ski und Snowboards. „Man muss über Neverlose reden, wenn man uns als Unternehmen verstehen will“, Christian Strassl holt gerne aus, wenn er von PowUnitys Identität und Kultur erzählt. „Die ersten zweieinhalb Jahre waren mit einer steilen Lernkurve und vielen key learnings verbunden – in kürzester Zeit die maximalste Belastung.“

Blind Date mit Investoren

Zu Anfang arbeiteten PowUnity noch Tag und Nacht auf uralten Second Hand Sofas vor einer angemieteten Halle in Aldrans bei Innsbruck. Ein acht Meter hohes, staubiges Doppelgeschoss mit einem Heizgerät. So wie man sich ein Start-Up eben vorstellt, wenn nichts da ist. Für Christian als Ski-Bauer, der Workshops am Wochenende organisierte und Stefan, der gerade aus dem Auslandsstudium aus Schweden zurückkam, war alles Neuland. Auch das unerwartete Blind Date mit dem entscheidenden Investor, auf das sie nur mit einer ordentlichen Portion Motivation und einer Produktidee vorbereitet waren.

Montag und 13 Uhr trafen die beiden Gerhard Stocker, dem Gründer des Unternehmens STASTO aus Innsbruck. Stocker war schnell klar: „Die Männer brennen für eine Sache und haben wirtschaftliches Denken.“ Mit der ersten Investition hieß es: „PowUnity war kein Studentenprojekt mehr. Jetzt gehst du eine Verbindlichkeit ein“, erinnert sich Christian Strassl.

Im fünften Jahr von PowUnity gehört diese Geschäftsidee längst der Vergangenheit an. Nichtsdestotrotz sind alle drei Geschäftsführer Christian Strassl, Maximilian Loy und Stefan Sinnegger überzeugt: „Es war gut, das wir so einen Weg gegangen sind. Hätten wir es übersprungen, wären wir heute nicht erfolgreich.“ Recht haben sie, denn man braucht in ihrem Unternehmen zwar eine gewisse Road Map, planen aber kann man nicht. Alles andere ist Kaffeesatz lesen. STASTO und PowUnity trafen zwar mit einem Diebstahlschutz für Ski und Snowboards aufeinander, halten sich heute aber mit einem Diebstahlschutz für E-Bikes partnerschaftlich die Hand.

Hier ist man per Du, trägt Kapperl statt Schlips. Das hat uns schon immer getaugt.

Das Aufbäumen: BikeTrax GPS-Tracking für E-Bikes

PowUnity entdeckte E-Bikes für sich. Dass sie ein Unternehmen im Sportbereich bleiben wollten, war ohnehin klar. „Hier ist man per Du, trägt Kapperl statt Schlips. Das hat uns schon immer getaugt“, erklärt Christian. Die E-Bike Branche war jedoch neues Terrain für Jedermann: „Die technischen Anbindungen wurden erst geboren“, erzählt der Entwickler Max.

PowUnity sollte sich mit ihrem neuen Geschäftsmodell als Ratgeber und Experte in der E-Bike Branche definieren. Und diese hat bis heute zwei klare Herausforderungen: Zum einen sind teure E-Bikes ein gefundenes Fressen für Diebesbanden. Zum anderen braucht es Technologien, die dem zukünftigen „connected bike“-System des Herstellers, Händlers und Endkunden ihren digitale Lösung geben.

„BikeTrax zeichnet auf und schützt, ohne dass du viel machen musst“

Der GPS-Tracker „BikeTrax“ war geboren. Das Produkt vereint beides: Der Tracker fungiert sowohl als smarter und unsichtbarer Diebstahlschutz aber auch als Medium, das den E-Bike Fahrer mit seinem Rad verbindet – Features wie die automatische Routenaufzeichnung mit optimaler 2G-Netzabdeckung via App inklusive. Für PowUnity fiel der Verkaufsstartschuss.

Zwei Monate lang fuhren Stefan, Christian und Max ihre E-Bike Touren zu Fachhändlern deutschsprachiger Ballungszentren. „Am Tag haben wir 20 geschafft. Das war sportlich“, Christian lacht heute darüber und gibt zu: „Es war die unbequemste aber naheliegendste Art und Weise ein Netzwerk aufzubauen“ und schildert weiter: Meist lief das unangekündigte Gespräch so ab:

PowUnity: „Darf ich dir was zeigen?
Händler: „Nein, keine Zeit.“
PowUnity: Handy mit App in die Hand gedrückt und Rad bewegt. Alarm geht los.
Händler: „Boah, lässig.“
Deal. Ende.

„Die App ist perfekt, wenn ich nichts mehr entfernen kann und der Nutzer trotzdem alles hat“

Bei BikeTrax wird der Diebstahl als etwas Negatives durch all diese positiven Produkterfahrungen zu Nichte gemacht. Der GPS-Tracker BikeTrax zeichnet auf und schützt, ohne dass du viel machen musst“, erklärt der Entwickler Max. Seiner Ansicht nach setzen Systeme, die zu viel oder alles können, voraus, dass sich der Nutzer damit intensiv auseinandersetzen muss und ständig am Handy ist. Zusätzliche Schließsysteme, die per Bluetooth mit dem Rad verbunden sind, müssen vom Nutzer am Smartphone aktiviert und zusätzliche Features eigenständig gestartet werden. „Das sind zu viele Schritte, die den Nutzer stressen“, erklärt Max weiter. „Dann kommt auch die Netzqualität hinzu. Was, wenn du keine Verbindung hast?“

Bei der PowUnity App dagegen ist das System simpel aber clever: Der Tracker legt sich schlafen. Wenn er bewegt wird, wacht er auf. Die Routen werden automatisch aufgezeichnet. Es kann auch keine Route gestartet oder gestoppt werden. Der Nutzer hat immer Netz und er muss nichts weiter tun.

Darin liegt die Eleganz von PowUnity. Sie bieten dem Nutzer, nichts machen zu müssen und alles zu haben, was man sich wünscht. Das System im Hintergrund ist clever genug, das zu erkennen. Für Max ist eine App-Lösung erst dann vollkommen, wenn der Programmierer „nichts mehr entfernen kann und der Nutzer trotzdem alles hat“. Drei Dinge möchte PowUnity mit ihrer App perfekt machen: Den Diebstahl-Alarm, die Routenaufzeichnung via GPS-Tracking und das Bike Pass Feature, das bei Diebstahl wie ein Fingerabdruck das E-Bike seinem wahren Besitzer zuordnet.

Co-branded Apps – jetzt auch für Hersteller

BikeTrax ist seit dem ersten sichergestellten E-Bike in Wien an jenem Augustabend 2018 ein bewährter Diebstahlschutz für E-Bike Händler, Rent-Anbieter und private Nutzer. Inzwischen verkauft PowUnity pro Monat GPS-Tracker in vierstelliger Stückzahl und kooperiert mit über 500 Händlern europaweit.

Seit März 2020 bieten sie on top auch die „co-branded“ App für Hersteller an und es kommen immer mehr Anfragen. „Binnen zwei Monaten hatten wir rund zehn Kunden, die unsere App in ihren Systemen integrieren“, erzählt Stefan. Die Anforderungen an die App sind zwar von Kunde zu Kunde verschieden. Die Features der App sind aber für jeden Hersteller gleich und es passt immer. „Man kauft sie einmal und hat jedes Update, das wir auch unserer PowUnity App geben. Der Prozess ist automatisiert für alle: leicht, sicher und schnell.“

Das ist unser Zeichen für gemeinsamen Wachstum auf einem Markt, der seine Zukunft noch vor sich hat.

BikeTrax: ein Produkt für einen gemeinsamen Endkunden

„Die Komplexität von E-Bike Systemen wird wachsen, besser man stellt sich heute auf, als morgen“, prognostiziert Stefan. „Wir wollen aber nicht nur business to business machen.“ PowUnity entwickelte schließlich ein Produkt für den Endkunden, den selben Endkunden, den auch Hersteller von E-Bike-Systemen haben. Dem Innsbrucker Unternehmen geht es vor allen Dingen darum, eben diesen Kunden mit Partnern zufriedenzustellen. „Das ist kein Projekt, das man nach einem Jahr ad acta legen kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess, den es gilt, immer wieder ein Stück weiter zu bringen“, erklärt Stefan. Dabei hilft vor allem das direkte Feedback der Endkunden im Kundensupport.

Die co-branded App verkauft PowUnity schon für unter 2.000 Euro an die Hersteller. „Das ist unser Zeichen für gemeinsamen Wachstum auf einem Markt, der seine Zukunft noch vor sich hat. So verpassen auch unsere Partner heute nichts, um morgen in der E-Bike Branche gekonnt mitzuspielen. Genau das ist der PowUnity Goal: „Wir schaffen gemeinsam mit E-Bike- und E-Motoren-Herstellern das zukünftig sicherste und smarteste Rad“, überzeugen Stefan und Christian.

An jedem Abend in Wien 2018 wurde das erste E-Bike mit BikeTrax sichergestellt. Gemeinsam mit fünf Polizisten und einem Kriminalisten suche Stefan letztendlich die Wohnung auf, wo das gestohlene E-Bike per GPS-Tracker kurz vorher geortet wurde. „Sie haben quasi die Wohnung gestürmt. Es war wie im Film – und ich mittendrin“, erzählt Stefan. Dieser Film hat eine reale Fortsetzung: Heute werden pro Woche ein bis zwei E-Bikes mit Hilfe von BikeTrax an die Besitzer wieder zurückgebracht.

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Quellen:
Bundesministerium für Inneres/Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik Österreich 2015–2018, Wien 2019

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