Welches Fahrrad für welchen Zweck kaufen?




read  ·   7. September 2016


„Welches Rad ist das richtige für mich?“

Das ist hier die Frage! Normalerweise mögen wir es ja ganz gern, verschiedene Auswahl-Möglichkeiten zu haben. Das gibt uns ein gewisses Gefühl von Luxus, Freiheit und Selbstbestimmung.

Aber viele Wahlmöglichkeiten bedeuten auch, dass man sich Gedanken machen muss, was man braucht und möchte. Und das ist gar nicht immer so einfach. Du musst herausfinden, welches Fahrrad für welchen Zweck geeignet ist und wo die Unterschiede liegen.

Frau die nachdenkt mit Fragezeichen dargestellt

Welches Fahrrad für welchen Zweck? Eine gute Frage!

Du möchtest dir ein neues Fahrrad kaufen und weißt nicht welches das beste für dich ist? Da können wir dir helfen! Wir zeigen dir, welche Räder es gibt und wofür sie sich eignen. Keine Sorge, gemeinsam finden wir das passende Bike für dich.

Welche Fahrräder gibt es eigentlich?

Grob unterteilen können wir folgende Fahrrad-Typen:

  • Citybike/Holland-Rad: Universelles, auf Alltagstauglichkeit ausgelegtes Allzweckrad
  • Trekkingbike: vollausgestattetes Fahrrad für Straßen und leichtes Gelände
  • Mountainbike: Berg- und Geländefahrrad für Sport-Touren
  • Rennrad: reduziertes, möglichst leichtes Rad für Straßenfahrten und Rennen
  • Elektrofahrrad: Fahrrad mit zuschaltbarem Motor

Wir zeigen dir, woran du welches Bike erkennst und welches Fahrrad für welchen Zweck geeignet ist. Da gibt es nämlich ganz schöne Unterschiede.

Citybike & Holland-Rad: das gemütlich-urbane Allzweckrad

Fahrräder, die vor allem in städtischen Gebieten als Alternative zum Auto verwendet werden und für kürzere Stecken im Stadtverkehr und tägliche Besorgungen konzipiert sind. Der Fokus liegt auf dem komfortablen Fahrgefühl.

Sie sind voll verkehrstauglich und mit dem notwendigen Sicherheitszubehör wie Klingel, Lichtern und Rückstrahlern ausgestattet. In ihrer Verarbeitung sind Stadträder meist recht einfach gehalten und daher schon ab einem Einstiegspreis von ca. 300€ erhältlich.

Ein besonderer Hingucker unter den Stadträdern ist das sogenannte Holland-Rad. Meist ist es etwas schwerer als das normale Stadt-Rad und in der Verarbeitung besonders auf Komfort und stilvolles Fahrgefühl ausgerichtet.

Stadtrad mit blauen Reifen lehnt an einer Mauer.

Das Citybike/Holland-Rad eignet sich gut für kurze Wege in der Stadt.

Wodurch zeichnet sich das Citybike/Holland-Rad aus?

  • 3-7 Gänge: bei Stadträdern gibt es keine komplizierte Gangschaltung. In flachen Gebieten reichen weniger Gänge vollkommen aus.
  • Solide Bremsen: Viele Stadträder sind mit einer Rücktrittbremse ausgestattet.
  • Tiefer Einstieg: vor allem beim Holland-Rad ist der Rahmen meist stark abgesenkt, so dass Fahrer einfach, schnell und gelenkschonend aufsitzen können.
  • Aufrechte Sitzposition: ein hoher Lenker sorgt für eine eine aufrechte, entspannte und rückenschonende Sitzhaltung.
  • Komfort-Sattel: Meistens verfügen Stadträder auch über gepolsterte Sitze.
  • Die Fahrräder sind wetterresistent und auf Langzeitqualität ausgerichtet.
  • Citybikes sind verkehrstauglich, sie sind meist mit Schutzblechen und Gepäcksträgern ausgestattet, oft können Fahrrad-Körbe montiert werden.

Trekkingrad: das sportlich-urbane Multitalent

Fahrräder, die sowohl für kürzere Strecken und Besorgungen in städtischen Gebieten, als auch für längere, sportive Ausfahrten am Land geeignet sind. Eine Mischung aus Citybike und Mountainbike – der Fokus liegt sowohl auf Komfort als auch auf Sport.

Trekkingräder sind voll verkehrs- und straßentauglich und mit dem notwendigen Sicherheitszubehör ausgestattet. Anspruchsvollere Technik und Verarbeitung steigern den Preis im Vergleich zum Citybike: Trekkingräder sind ab ca. 500€ aufwärts erhältlich.

Trekkingbike mit Fahrer auf einer Hügelwiese

Leichtes Gelände? Kein Problem für das Trekkingbike.

Wodurch zeichnet sich das Trekkingbike aus?

  • Breite Reifen: die Reifen von Trekkingbikes sind breiter als die von Rennrädern, aber schmäler als die von Mountainbikes. Sie eignen sich dadurch für den Allround-Einsatz auf unterschiedlichen Untergründen von Asphalt bis Schotterstraße.
  • Gewicht: Trekkingbikes sind leichter als Citybikes, was einem bei Touren im leichten Gelände entgegenkommt.
  • Gangschaltung: 21-27 Gänge – die Gangschaltung ist umfangreicher als die der Citybikes.
  • Trekkingbikes sind verkehrstauglich ausgestattet und verfügen meist über Schutzbleche und Gepäcksträger.

Mountainbike: der sportliche Gelände-Profi

Fahrräder für sportliche Touren über Stock und Stein. Der Fokus liegt auf Leichtigkeit und guter Kraftübertragung zum Bergauf-Fahren und auf Federung und Geländetauglichkeit beim Bergab-Fahren.

Mountainbikes sind in ihrer Grundausrüstung nicht verkehrstauglich, da Beleuchtung, Rückstrahler und Klingel nicht automatisch montiert sind. Bevor man mit einem Mountainbike auf der Straße fährt, ist das Zubehör zu überprüfen.

Die günstigen Modelle sind ab ca. 300€ zu erhalten, bessere Mountainbikes beginnen bei einer Preisklasse von ca. 800€ – nach oben hin offen mit Preisen bis zu mehreren Tausend Euro.

Spezielle Formen des Mountainbikes sind Freerider, Dirt-Bikes oder Downhiller. Im Vordergrund steht dabei das Fahren von Trails durch abfallendes, steiniges, grobes Gelände. Genauere Informationen über die unterschiedlichen Mountainbike-Kategorien kannst du hier auf bike-magazin.de nachlesen.

Zwei Mountainbikes auf der Alm

Welches Bike für welchen Zweck: Mountainbikes eignen sich für Bergtouren!

Wodurch zeichnet sich das Mountainbike aus?

  • Breite, profilierte Reifen: um bei erdigem, nassem oder steinigem Untergrund nicht den Grip zu verlieren, muss das Profil der Reifen verlässlich greifen.
  • Starke Bremsen & gute Federung für Bergab-Fahrten über Stock und Stein.
  • 30-Gangschaltung: je nach Steigung brauchen Mountainbiker mehr Möglichkeit zur Variation.
  • Möglichst leicht: Mountainbikes sind leichter als Citybikes und Trekkingräder. Zubehör wird eingespart.
  • Stärkerer Rahmen: Mountainbikes müssen stärkere Belastungen aushalten.
  • Sitzposition: stark nach vorne geneigte Haltung, um den Schwerpunkt in der Steigung bestens zu verlagern.
  • Mountainbikes sind nicht automatisch verkehrstauglich ausgestattet: ob sie über Klingel, Licht und Rückstrahler verfügen, ist zu prüfen, bevor man im Straßenverkehr unterwegs ist.
  • Kein Transport-Rad: Mountainbikes haben keine Gepäcksträger, keinen Kettenschutz und keinen Fahrrad-Korb.

Rennrad: der schnittige Straßenflitzer

Fahrräder, die für den sportlichen Gebrauch auf geteerten Straßen konzipiert sind. Der Fokus liegt auf Leichtigkeit und Schnelligkeit. Rennräder sind bei Tageslicht verkehrstauglich, aber – um Gewicht zu sparen – in der Regel nicht voll ausgestattet.

Ähnlich wie beim Mountainbike beginnen günstige Rennrad-Modelle bei einem Kaufpreis von ca. 600-800€. Mittelklasse Rennräder sind ab ca. 1.500-1.800€ erhältlich. Es gilt auch hier: nach oben hin gibt es keine Grenzen. Profi-Rennräder sind im fünfstelligen Euro-Bereich angesiedelt.

Rennrad auf der Straße

Rennräder auf der Straße: leicht, schnell und schnittig.

Wodurch zeichnet sich ein Rennrad aus?

  • Extrem leichter Rahmen: heute sind die meisten Rahmen aus Leichtmetallen wie Aluminium, Carbon oder Titan gefertigt. Sie wiegen in der Regel zwischen 6-9 kg.
  • Minimale Ausstattung: Rennräder verfügen über keine Klingel, keine Schutzbleche oder Gepäcksträger – jedes Gewicht, das vermieden werden kann, wird eingespart.
  • Verkehrstauglich sind Rennräder daher nur tagsüber, wenn kein Licht benötigt wird.
  • Schmale Reifen sind anfälliger für Unebenheiten im Untergrund, daher sind die Räder nur für geteerte Straßen geeignet.
  • Aerodynamik: der nach unten gebogene Lenker liegt tiefer als der Sattel. Rennradfahrer nehmen eine stark nach vorne geneigte Haltung ein und minimieren dadurch den Luftwiderstand.

Elektrobike: das Rad mit Motor

Motorisierte Fahrräder, die auch über 25 km/h fahren können. Aufgeladen wird der Motor mit einem Akku, die Ladezeit beträgt ca. 6-7 Stunden.

Grundlegend unterscheidet man zwischen dem Pedelec (Abkürzung für „Pedal Electric Cycle“) und dem E-Bike.

  • Pedelecs gehören zur Klasse der Fahrräder und können nicht mehr als 25 Stundenkilometer fahren. Der zusätzliche Motor läuft nur dann, wenn die Pedale des Fahrrades getreten werden – quasi als Tretunterstützung.
  • E-Bikes gehören zur Klasse der Leichtkraftfahrräder, da sie dank des zusätzlichen Motors auch schneller als 25 km/h – sogar bis zu 45 km/h – fahren können. Der Motor läuft unabhängig davon, ob die Pedale getreten werden. Für das Fahren mit einem E-Bike benötigt man einen Moped-Führerschein und ein Versicherungskennzeichen.

Günstige Elektrofahrräder gibt es bereits ab rund 1.000€ – für bessere Modelle sind aber schnell 2.000-3.000€ zu bezahlen.

Lenker eines Elektrofahrrads

Ein Ein zuschaltbarer Motor ermöglicht bis zu 45 km/h mit Elektrofahrrädern.

Jetzt musst du dich entscheiden…

Für welchen Zweck möchtest du dein Fahrrad nutzen? Alltagswege und Besorgungen, sportliche Geländefahrten oder schnelle Straßenrennen? Oder möchtest du doch auf motorisierte Unterstützung setzen?

Unsere Übersicht über die verschiedenen Fahrradmodelle hilft dir hoffentlich zu erkennen, welches Fahrrad für welchen Zweck geeignet ist. Such am besten einen Fahrradhändler in deiner Nähe auf, dort kannst du die einzelnen Modelle auch direkt ausprobieren. Auch Online-Portale wie der Fahrrad-Ratgeber.com helfen mit umfangreichen Informationen.

Nach dem Kauf deines Fahrrades ist es wichtig zu wissen, worauf Fahrradfahrer achten sollten, um nicht nur schnell, sondern auch sicher ans Ziel zu kommen. Wir haben da auch schon etwas für dich vorbereitet! Mehr dazu in unserem nächsten Blog-Post kommende Woche.

Damit du lange Freude an deinem neuen Fahrrad hast, haben wir auch 7 Tipps, wie du dein Fahrrad vor Diebstahl schützen kannst. So kann im besten Fall nichts mehr schiefgehen!