E-Bike Tuning: Möglichkeiten und Risiken

25 km/h ist dir manchmal zu wenig? Dann bist du vielleicht schon auf das Thema E-Bike-Tuning gestoßen. Tatsächlich gibt es Möglichkeiten, die Geschwindigkeitssperre in E-Bike-Motoren auszutricksen. Hier erfährst du, welche das sind und warum du unbedingt die Finger davon lassen solltest.

E-Bike Tuning: Möglichkeiten und Risiken

Du bist mitten im Geschwindigkeitsrausch und dann schaltet der Motor ab, weil die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist? Diesen Moment kennen die meisten E-Bike-Fahrer. Das Gleiche gilt für den Wunsch, ein bisschen mehr aus dem Antrieb herauszukitzeln. Aber geht das überhaupt? Die Antwort lautet „Jein“.

Wie andere Fahrzeuge lassen sich E-Bikes tunen, zum Beispiel mit Tuning-Modulen und Tuning-Apps, wie wir sie in unserem Überblicksartikel „So findest du die beste E-Bike App für deine Bedürfnisse“angesprochen haben.

Aber die Risiken von E-Bike Tuning sind viel höher, als es vielen Menschen bewusst ist.

Wie funktioniert die Geschwindigkeitssperre beim E-Bike?

Motoren von E-Bikes dürfen sowohl in Österreich als auch in Deutschland nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h aktiv sein. Deshalb messen E-Bike-Antriebe die Geschwindigkeit und schalten automatisch ab, sobald das Maximum erreicht ist.

Wie das Messen funktioniert, unterscheidet sich je nach Antrieb.

  • Mit Geschwindigkeitssensor: Wenn dein E-Bike einen Mittelmotor besitzt, misst ein Sensor die Geschwindigkeit. Dabei handelt es sich um ein simples Bauteil, das mit einem Magneten funktioniert. Ein solcher Sensor ist ein Einfallstor für das E-Bike-Tuning.
  • Ohne Geschwindigkeitssensor: Nabenmotoren benötigen keinen Sensor. Hier erfasst der Motor direkt die Geschwindigkeit. Das erschwert ein Tuning deutlich oder macht es sogar unmöglich.

E-Bike Tuning – die Möglichkeiten im Überblick

E-Bike Tuning funktioniert auf verschiedene Art und Weise:

  • Aufsteckbare Chips: Du steckst ein Tuningmodul auf den Geschwindigkeitssensor auf. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit sorgt es dafür, dass der Geschwindigkeitssensor nur noch die Hälfte oder ein Drittel der tatsächlichen Geschwindigkeit an die Motorsteuerung weiterleitet. Damit stimmen natürlich auch die von deinem Fahrradcomputer angezeigten Werte nicht mehr. Außerdem sind aufsteckbare Chips von einem geübten Auge auf den ersten Blick erkennbar. Dafür lässt sich solch ein Chip einfach abnehmen, um dein Pedelec wieder im Originalzustand zu fahren.
  • Fest verbaute Tuninglösungen: Fest verbaute Tuninglösungen beziehungsweise Tuning Kits gibt es in verschiedenen Varianten. Dazu gehören die sogenannten „Dongles“, die ähnlich funktionieren wie aufsteckbare Chips. Fest montierte Lösungen sind in der Regel unsichtbar. Aufwändige Varianten haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie angezeigte Werte wie die Geschwindigkeit nicht verfälschen.
  • Software Tuning: Viele Chips oder Module verändern nicht die Programmierung des E-Bike-Antriebs. Stattdessen gaukeln sie der Motorsteuerung eine langsamere als die tatsächliche Geschwindigkeit vor. Anders Tuning-Kits, mit der sich Geschwindigkeitsbegrenzungen höher setzen oder aufheben lassen. Theoretisch sind damit deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich als mit einer Aufstecklösung. Dafür ist der Eingriff tiefer und lässt sich oft schwer wieder rückgängig machen.
  • Tuning Apps: Die meisten Tuning-Apps funktionieren nur in Kombination mit einem Tuning-Modul. Sie dienen dazu, das Tuning zu steuern und zentrale Werte einzusehen. Es gibt aber auch Apps, mit denen du die Region, in der dich der E-Bike-Motor verortet, auf die USA umstellen kannst. Dann hast du mehr Luft nach oben, denn in den USA dürfen Motoren von E-Bikes bis zu einer Geschwindigkeit von 32 km/h unterstützen.

Warum du E-Bikes nicht tunen solltest

Wir haben es schon angesprochen: Wir raten dir dringend von E-Bike-Tuning ab.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

Technische Risiken von E-Bike-Tuning

Einfach einen Chip montieren und schon fährt das Rad schneller. Wenn du den Chip wieder abnimmst, ist alles wie früher. So einfach stellst du dir E-Bike-Tuning vor?

In der Realität ist die Sache komplizierter. Denn der Einsatz von Chip Tuning, Dongles und Co. führt oft zu technischen Problemen:

  • E-Bike-Herstellern beziehungsweise Herstellern von E-Bike-Motoren ist E-Bike-Tuning ein Dorn im Auge. Schließlich steigert es das Risiko schärferer gesetzlicher Regulierungen für E-Bikes. Das könnte sich auf die Nachfrage auswirken. Außerdem müssen sich Unternehmen als Folge von Tuning mit zweifelhaften Garantieansprüchen herumschlagen.Deshalb versuchen Hersteller wie Bosch und Co., Tuning einen Riegel vorzuschieben. Dazu vergleichen Antriebe zum Beispiel Signale des Geschwindigkeitssensors mit anderen Messwerten. Bei auffälligen Abweichungen reagiert der Motor mit einem Fehlercode und stark gedrosselter Unterstützung.
  • Anders als S-Pedelecs sind herkömmliche E-Bikes nicht für ständige Geschwindigkeiten von 30, 40 oder sogar mehr km/h ausgelegt. Deshalb führt Tuning auch bei höherwertigen E-Bikes zu einem höheren Verschleiß von Komponenten wie Antrieb, Schaltung oder Bremsen. Billige Modelle gehen schnell in die Knie.

Garantieansprüche erlischen

Egal für welches E-Bike und welchen Antrieb du dich entscheidest, durch Tuning entfallen Garantieansprüche. Dabei solltest du dir keine großen Hoffnungen machen, dass dein Tuning unbemerkt bleibt. Schließlich werden im Antrieb viele Daten gespeichert, aus denen sich im Zweifelsfall herauslesen lässt, wenn die Begrenzung auf 25 km/h überschritten wurde.

Höheres Unfallrisiko

Fahrspaß hin oder her, mit höheren Geschwindigkeiten steigt das Unfallrisiko. Das gilt vor allem bei Fahrzeugen, die für diese Geschwindigkeit nicht ausgelegt sind, und/oder auf dicht bevölkerten Radwegen.

Gleichzeitig fallen Unfälle bei höheren Geschwindigkeiten oft schwerwiegender aus.

Rechtliche Risiken

Ein weiterer entscheidender Grund, auf E-Bike Tuning zu verzichten, sind rechtliche Konsequenzen. Viele E-Bike-Fahrer unterschätzen diese.

Führe dir Folgendes vor Augen:

  • Die Höchstbegrenzung von 25 km/h ist eine Bedingung dafür, dass du als E-Bike-Fahrer weder Kennzeichen noch eigene Versicherung und Führerschein brauchst.
  • Bei einem getunten E-Bike sieht die Sache anders aus. Dieses ist automatisch ein Kleinkraftrad.

Das heißt für dich: Fährst du mit einem getunten Pedelec, bist du mit einem Fahrzeug unterwegs, das eine Zulassung und Versicherung bräuchte, beides aber nicht hat.

Die Folgen können gravierend sein:

  • Bei einer Kontrolle riskierst du hohe Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe.
  • Bei Unfallschäden zahlt keine Versicherung. Bist du dann auf ärztliche Untersuchung angewiesen, musst du die Kosten je nach Krankenkasse in Teilen oder komplett selbst zahlen.
  • Verletzt du Personen, droht der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung.
  • Bei Unfällen mit deinem Pedelec haftest du mit deinem Privatvermögen.

Du siehst, der Gesetzgeber behandelt E-Bike Tuning nicht als Kavaliersdelikt.

Auch hier gilt: Die Chancen, dass Tuning unsichtbar bleibt, sind verschwindend gering. Spätestens bei Unfällen kommen Eingriffe in der Regel ans Licht.

S-Pedelecs – die Alternative zum E-Bike Tuning

Du willst einen Motor, der dich auch bei einer höheren Geschwindigkeit als 25 km/h unterstützt, hast aber keine Lust, mit einer Tuning-Lösung Risiken einzugehen?

Dann bietet sich der Kauf eines Speed Pedelecs (abgekürzt S-Pedelec) an. Diese E-Bikes haben einen Antrieb, der sie ganz legal bis maximal 45 km/h unterstützt.

Denke aber daran: Ein S-Pedelec braucht ein Kennzeichen und eine Versicherung. Auch ein Helm ist Pflicht. Fahrradwege sind für S-Pedelecs tabu.

Unbedenklich: optisches E-Bike Tuning

Optisches E-Bike-Tuning kannst du bedenkenlos anwenden. Willst du dein E-Bike aufhübschen, stehen dir zum Beispiel bunte Folien für den Rahmen, Komponenten in auffälligem Design und anderes Zubehör zur Auswahl. Solange solche Zutaten keine Auswirkungen auf die Funktionsweise deines E-Bikes haben, kannst du problemlos zugreifen.

Dasselbe gilt natürlich für funktionales Zubehör wie eine leistungsstarke Beleuchtung oder hochwertige Pedale.

Fazit: E-Bike Tuning zahlt sich für niemanden aus

Zugegeben, E-Bike Tuning ist verführerisch. Einfach mit ein paar Handgriffen die Leistung anheben und die nächste Tour in Hochgeschwindigkeit absolvieren, wer würde das nicht gerne?

Doch der Spaß ist das Risiko nicht wert. Denn mit E-Bike Tuning riskierst du Schäden an Hardware und Technik deines E-Bikes, folgenschwere Unfälle und hohe Strafen bis hin zu einer Gefängnisstrafe. Dazu kommt, dass viele Produkte für das Tuning nur eingeschränkt funktionieren.

Wir raten dir deshalb dringend: Verzichte auf alle Tuning-Maßnahmen, die nicht optischer Natur sind. Freue dich lieber an den vielen Möglichkeiten, die ein normales E-Bike mitbringt. Wenn dir 25 km/h auf Dauer zu wenig sind, bietet sich ein S-Pedelec an. Damit kannst du legal und sicher schnell fahren.

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