Du bist gerade erst munter und sitzt schon am Frühstückstisch. Mit Bus oder Auto geht’s zur Arbeit oder zur Uni und dort das gleiche Spiel: Tisch, Stuhl, sitzen. Viele Stunden am Stück. Am Weg nach Hause noch einen Kaffee im Gastgarten und abends: Fernsehen auf der Couch.

Du ahnst schon worum es geht? Sitzen, sitzen, sitzen und das den ganzen Tag. Das tut uns aber gar nicht gut: geschwollene Beine, Rückenschmerzen, Kreuzweh – das haben wir davon.

Auto, Bus, Straßenbahn? Öfter mit dem Fahrrad fahren!

Mit wenig Aufwand kannst du mehr Bewegung in deinen Alltag bringen: ob Citybike, E-Bike oder Mountainbike – Alltagswege zur Arbeit, Schule oder zum Kaffee mit Freunden kannst du auch auf zwei Rädern zurücklegen.

Fahrradfahren: zwei Mädchen fahren ein Tandem in der Stadt und lachen.

Öfter mit dem Fahrrad fahren: es macht Spaß!

Wir zeigen dir sieben gute Gründe, warum du öfter mit dem Fahrrad fahren solltest.

 Grund 1: Jeder Tritt hält fit

Bewegung aktiviert deinen Kreislauf, lockert Verspannungen, trainiert deine Muskulatur – kurz gesagt: sie tut deinem Körper gut. Jede bewegte Minute ist ein Erfolg für deine Gesundheit.

Radfahren ist ein Allround-Muskeltraining, bei dem alle Muskelpartien deines Körpers trainiert werden: Beinmuskulatur beim Treten, Rumpf- und Rückenmuskulatur zur Stabilisierung und Schulter- und Armmuskulatur, die den Körper abstützt.

Positive Effekte treten schon nach zehn Minuten auf: dein Kreislauf kommt in Schwung, Durchblutung und Stoffwechsel der Muskeln werden angeregt, das Zusammenspiel der Muskel-Gruppen wird trainiert. Außerdem: Radfahren schont die Gelenke! Das Rad trägt dein Körpergewicht und runde Bewegungsabläufe finden statt.

Wenn du längere Strecken mit dem Rad zurücklegst, profitierst du noch mehr: nach 30-40 Minuten in Bewegung produziert dein Körper verstärkt die Glückshormone Endorphin und Adrenalin. Fahrradfahren hebt also die Stimmung und wirkt als Balsam für die Seele. Wie die unterschiedlichen Hormone in unserem Körper wirken, findest du hier im Ratgeber der BundesInnungskrankenkasse Gesundheit Dortmund.

Grund 2: Frische Luft bringt Schwung

Das kennst du sicher: wenn du lange Zeit mit vielen Menschen im selben Raum sitzt, wirst du unaufmerksam oder schläfrig. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes „die Luft raus“. Warum? Unser Körper braucht Sauerstoff, um aktiv und leistungsfähig zu bleiben.

Ist unser Gehirn unterversorgt, sinkt die Aufmerksamkeit, Denkprozesse und Entscheidungsfindungen fallen schwer. Schon ein paar Minuten an der frischen Luft versorgen unseren Körper mit Sauerstoff und bringen das Gehirn wieder in Schwung.

Über Nase, Mund und Luftröhre gelangt die frische Luft zu den Bronchien und in die Lunge. Dort wird der Sauerstoff in den Blutkreislauf abgegeben und zu den Zellen transportiert. Aus dem Sauerstoff gewinnen unsere Zellen Energie, das dabei produzierte Kohlendioxid wird wieder abgegeben. Diesen Vorgang nennt man Gasaustausch. Genaue Informationen dazu findest du beim Lungeninformationsdienst des deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt.

Wenn du durch die Nase einatmest unterstützt du die Zellen: die Nase filtert, reinigt, befeuchtet und erwärmt die Luft bevor sie über die Atemwege weiter zur Lunge gelangt.

Lachender Mann mit Fahrrad an der frischen Luft bei blauem Himmel.

Fahrrad fahren bringt Schwung!

Grund 3: Zwei Räder sind günstiger als vier

Anschaffung, Reparaturen, Versicherungszahlungen, Parkgebühren und vielleicht auch der ein oder andere Strafzettel – Autofahrer müssen ganz schön viel Geld in die Hand nehmen. Geld, das du dir als Fahrradfahrer sparen kannst!

  • Gut und günstig: Wenn du ein bisschen Zeit in die Suche investierst, kannst du auf Online-Verkaufsplattformen gute Fahrräder zu fairen Preisen finden. Damit du dann auch lange Freude an deinem Bike hast, zeigen wir dir, wie du dein Fahrrad vor Diebstahl schützen kannst.
  • Parkgebühren ade: Schon mal ein Fahrrad mit einem Parkschein gesehen? Nein. Das kannst du dir als Radfahrer natürlich sparen. Und wenn man die steigenden Parkgebühren beobachtet, kommt da eine schöne Summe zusammen, die du sicher gerne für etwas Anderes ausgibst.
  • Selber treten bringt’s: als Biker sparst du dir Geld für die Öffis. Vielleicht verzichtest du ganz auf Bus & Bahn oder du nutzt sie seltener, saisonal oder für Einzelfahrten. Aber Achtung: solltest du dann doch einmal mit dem Bus fahren, achte darauf, dass du ein gültiges Ticket hast.

Grund 4: Parken leicht gemacht

Du bist spät dran, wolltest noch schnell Blumen als Gastgeschenk kaufen, fährst schon die dritte Runde mit dem Auto um den Block und hast noch immer keinen passenden Parkplatz gefunden? Das kann dir mit dem Fahrrad nicht passieren!

Um dein Bike abzustellen, brauchst du nicht viel: rund zwei Meter Platz und ein Fahrradschloss. In den meisten Städten sind ausreichend Parkmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden. Andernfalls sind fixe Gegenstände wie eine Straßenlaterne oder ein Straßenschild zu empfehlen, um dein Rad zu fixieren. Aber ein paar Dinge sind dabei zu beachten:

Die österreichische Fahrradverordnung gibt vor, dass Fahrräder so aufzustellen sind, dass sie nicht umfallen und den Verkehr nicht behindern. Fahrrad-Parkanlagen sind vorzuziehen, sollte der Gehsteig größer als 2,5m sein, darfst du dein Rad aber auch dort abstellen – solange du niemanden behinderst. In Haltestellenbereichen von öffentlichen Verkehrsmitteln darfst du dein Fahrrad nicht abstellen, außer es ist eine Park-Vorrichtung für Räder vorhanden.

Stadtrad geparkt.

Fahrrad parken leicht gemacht. [Pixabay.com]

Grund 5: Biken und die Umwelt schützen

Stickstoffoxide, Kohlenstoffmonoxide, Kohlenstoffdioxid, Schwefeldioxid – bei der Verbrennung von Kraftstoffen entstehen unterschiedliche Gifte, die für Mensch und Umwelt gefährlich sind.

Benzin oder Diesel werden im Zylinder eines Automotors mit Luft vermischt, verdichtet und entzündet. Dadurch wird ein Kolben in Bewegung gesetzt, die Bewegungsenergie wird auf die Kurbelwelle, das Getriebe und die Räder des Autos übertragen. Was genau im Motor eines Autos passiert, kannst du hier im Seilnacht-Naturwissenschafts-Lexikon nachlesen.

Ein Liter Benzin produziert bei der Verbrennung rund 1000 Liter Abgase, die nicht verbrannte Benzin-Rückstände und krebserregende und tödliche Atemgifte enthalten. Die Schadstoffe tragen auch zur Erderwärmung, Ozonbildung, zur Bildung von saurem Regen und zum Waldsterben bei.

Der tägliche Autoverkehr produziert rund 50% der giftigen Stickoxide und rund 20% der Kohlenstoffemissionen. Ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“, kannst du also mit jeder eingesparten Autofahrt nicht nur etwas für dich, sondern auch etwas für unsere Umwelt tun.

Ein grüner Wald mit Sonne am Horizont mit einem Fahrradlenker.

Fahrradfahren tut Mensch und Natur gut.

Grund 6: Unabhängig und flexibel

„Wenn es am Schönsten ist, dann soll man gehen“ – heißt ein altes Sprichwort. Meistens will man aber genau dann nicht nach Hause gehen. Blöd nur, wenn später kein Bus mehr fährt.

Du bist mit deinen Freunden unterwegs und ihr macht einen überraschenden Lokalwechsel? Coole Idee – wenn die neue Location nicht am anderen Ende der Stadt wäre und du von dort aus keinen Bus nach Hause hast.

Auch diese Situationen kennst du wahrscheinlich bereits aus eigener Erfahrung. Wenn du mit deinem Bike unterwegs bist, bist du flexibel – du musst dich weder an Haltestellen noch an Busfahrpläne halten und kannst jeder Zeit kommen und gehen wann und wohin du willst. Das ist doch was, oder?

Grund 7: Fahrradfahren verbindet

Radfahrer unter sich: man weiß nicht genau warum, aber irgendwie gehört es dazu, in Städten mit dem Fahrrad zu fahren.

Drei Freunde in der Stadt, zwei schieben ein Fahrrad.

Gemeinsam macht es noch mehr Spaß!

Nationale oder internationale Fahrrad-Gemeinschaften wachsen: die EU-Initiative Bike2work motiviert Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Wettbewerben dazu, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren. Von Brasilien bis Norwegen, Österreich und Russland finden große Bike-Kampagnen statt.

Auch in den Sozialen Netzwerken bilden sich eigene Communities: Biker-Portale, Fahrrad-Foren und Mountainbike-Gruppen. Fahrradfahrer teilen dort Routentipps, Ausflugsfotos, Kaufgesuche, Verkaufsangebote oder Diebstahlmeldungen. Das gefällt uns!

Worauf warten? Ab aufs Rad!

Gesundheit, Wohlbefinden, Kosten- und Zeiteinsparung, volle Flexibilität, Umweltschutz und Gemeinschaftsgedanke – das sind sieben gute Gründe, warum du öfter mit dem Fahrrad fahren solltest.

Haben sie dich auch überzeugt? Dann rauf auf den Sattel und los geht’s!

Frau und Mann fahren Fahrrad und lachen über die Schulter.

Mit Schwung aufs Rad!